Luftfahrtmuseum August Euler
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Rumpfsektion einer DC-8 als
Museumsexponat und Ausstellungsraum

Eine weitere Geschichte zur Museums DC-8 (S/N 45429)
Während unserer ersten Besichtigung am 1. Februar 2006 fiel der Blick auch auf eine Kennzeichenplakette des Flugingenieur Instrumentenpanels. Dort ist deutlich die Registrierung A6-SHA zu erkennen. Nun kam etwas Verwirrung auf, denn dieses Kennzeichen passte nicht zu der bisher bekannten Geschichte dieses Flugzeuges. 
 

Weitere Geschichten zur Museums DC-8

Weitere Informationen zum Flugzeugtyp:
www.dc-8.de


 

 

In Bildmitte ist das kleine Schild mit dem Kennzeichen A6-SHA erkennbar. 

Bei der Bezeichnung GH-BF handelt es sich um den sogenannten SELCAL, einem Funkcode.

© A. Töpper


 
Die Registrierung A6-SHA wurde für die DC-8-21, Line-Nummer 82, Seriennummer 45429 vergeben. Die Geschichte dieses Flugzeuges ist in verschiedenen Quellen nur lückenhaft dokumentiert weshalb sich die Nachforschungen schwierig gestalteten.

 

Collection M. Gilliand

 
Am 08.08.1960 wurde diese DC-8 in der Version 21 mit dem Kennzeichen N8608 an Eastern Airlines ausgeliefert und flog dort insgesamt 38.527 Flugstunden mit 13.249 Landungen. 

© W. W. Sierra


 
Am 11.04.1973 wurde das Flugzeug von Air Spain mit dem Kennzeichen EC-CDB übernommen. Nach weiteren 2.951 Flugstunden ging die DC-8 am 13.06.1976 von Air Spain an Eastern Airlines zurück.

© D. Stirling


 
Allerdings wurde das Flugzeug von Eastern Airlines stillgelegt und in Marana (Arizona, USA) eingelagert. Dort ging die DC-8 in den Besitz von J. H. Goodwin & Associates, der sie offensichtlich am 01.02.1977 an Hamarain Air verkaufte. 

 
Bei Hamarain Air erhielt das Flugzeug das Kennzeichen A6-SHA.

© A. Iger


 
Wahrscheinlich wurde die DC-8 aber nie von Hamarain Air in den Einsatz genommen, denn es sind keine weiteren Flugstunden registriert.

© M. Gilliand


 
Nachdem zunächst die vorläufige Registrierung TC-AAC reserviert wurde, ging das Flugzeug mit der endgültigen Zulassung TC-JBV am 01.05.1980 an die Türkische Fluggesellschaft Bursa Hava Yollari (Bursa Airlines), wo es bis zum 18.09.1984 weitere 845 Flugstunden im Betrieb war.

© H. W. Klein


 
Diese DC-8 wurde nun mit insgesamt 42.323 Flugstunden und 16.986 Landungen stillgelegt und, vermutlich zur Ersatzteilgewinnung, an Omega Air verkauft.

© G. Hake


 
In dem DC-8 Rumpfstück des Museums wurde kein Typenschild des Herstellers Douglas gefunden. Vermutlich wurde es bei der Verschrottung entfernt. Einzig das Kennzeichen A6-SHA ist erkennbar. 

Könnte diese Geschichte zu dem Rumpfstück des Museums passen?
Wir glauben nicht, denn aus folgenden Gründen erscheint dies unwahrscheinlich: 

Die Museums DC-8 hat ein spezielles Merkmal welches nur wenige Flugzeuge dieses Typs hatten, ein ca. halb so hohes Fenster als zweites auf der linken Seite hinter der Einstiegstür. Dieses Fenster hatte die A6-SHA nicht.

Nach der Zulassung auf A6-SHA ist die Seriennummer 45429 später bis zu ihrer Ausserdienststellung mit dem Kennzeichen TC-YBV geflogen. Es ist sehr unwahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich, dass während dieser Einsatzzeit im Cockpit weiterhin das Kennzeichen A6-SHA angebracht war.

Vermuten kann man nun dass die A6-SHA, S/N 45429, längere Zeit in Le Bourget gestanden hatte (keine Flugstunden registriert) und vor Ablieferung an Bursa Airlines eventuell eine Modifikation am Flugingenieur Instrumentenpanel durchgeführt wurde. Das Panel mit dem Kennzeichen könnte hierbei ersetzt und eingelagert worden sein. Als der Museumsrumpf der 5A-DGK, S/N 45300, am Flughafen Frankfurt aufgestellt wurde, fehlten wahrscheinlich aufgrund der vorangegangenen Verschrottung einige der Instrumentenpanel. Daraufhin könnte das Panel der S/N 45429 seinen Weg in das Cockpit der S/N 45300 gefunden haben.
 


Collection M. Gilliand

Weitere Geschichten zur Museums DC-8

Weitere Informationen zum Flugzeugtyp:
www.dc-8.de

Alle Angaben ohne Gewähr. Anregungen zu Korrekturen oder Ergänzungen bitte an: