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Convair CV-240 / T-29C Cockpit Sektion nun in Griesheim

Am 9. März 2007 wurde die seit Jahren am Flughafen Frankfurt auf der Terrasse eines Restaurants ausgestellte Cockpit Sektion einer Convair CV-240 nach Griesheim überführt und in das Inventar des geplanten Museums aufgenommen. 


CV-240 / T-29C Cockpit
2:12 Minuten, 11 MB
Bei diesem Exemplar handelt es sich um die militärische Variante der CV-240 mit der Bezeichnung T-29C. Die T-29 wurde inoffiziell auch als „Flying Classroom“ (Fliegendes Klassenzimmer) bezeichnet, da die Kabine dieser Variante speziell zur Ausbildung von gleichzeitig zehn Navigatoren und vier Radartechnikern ausgestattet war. 

Eine Convair T-29 aufgenommen 1974 auf der Rhein-Main Air Base in Frankfurt
© E. Kögel
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Die Entwicklung der Convair CV-240 geht auf eine Anforderung von American Airlines für einen Ersatz der Douglas DC-3 hervor. Gefordert wurde ein zweimotoriges Flugzeug für 40 Passagiere, woraus die Zahl 240 in der Typenbezeichnung resultierte. Der Erstflug fand vor 60 Jahren am 17. März 1947 statt. Swissair und KLM gehörten zu den ersten Europäischen nutzern der CV-240 „Metropolitan“ oder auch „Convair Liner“ genannten zivil Variante.
Einziger deutscher Betreiber der CV-240 war die FLUGDIENST GmbH, welche 1961 mit der Condor Luftreederei zur Condor Flugdienst fusionierte. Die FLUGDIENST nutzte zeitweilig bis zu fünf gebrauchte CV-240 aus Beständen der KLM. 

© AE Archiv

Die Weiterentwicklung führte zur CV-340 und CV-440. Diese Versionen hatten zur Kapazitäts- und Leistungssteigerung einen längeren Rumpf, eine vergrösserte Spannweite, stärkere Triebwerke und Druckkabine. Die CV-340 gehörte zur Erstausstattung der nach dem 2. Weltkrieg neu aufgebauten Lufthansa und wurde am 1. April 1955 für die Eröffnungsflüge eingesetzt.

Aus der CV-240 / 340 / 440 wurden die militärischen Varianten C-131 „Samaritan“ als Transport- und Lazarettflugzeug sowie das Schulflugzeug T-29 abgeleitet. Spätere Varianten wurden mit Turboprobtriebwerken ausgestattet und entstanden aus Umbauten der zuvor genannten Versionen.

Von 1946 bis 1958 verliessen 567 zivile und 510 militärische Flugzeuge aller oben genannten Versionen die Produktionshallen von Convair in San Diego.

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Ein Film von 1961 über den Flughafen Frankfurt zeigt unter anderem auch Aufnahmen vom Einsatz der CV-340 bei Lufthansa.

Filmautor Otto Becker stellt uns freundlicherweise diesen Film zum Download zur Verfügung: 
Flughafen Frankfurt 1961
10:05 Minuten, 17 MB
© O. Becker
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Eine Convair 340 der Lufthansa während eines Testfluges
1954 noch vor der Übergabe an die Fluggesellschaft.
© Archiv Lufthansa
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In der uns zur Verfügung gestellten Cockpit Section ist noch das originale Typenschild vorhanden, so dass wir die Geschichte dieses Flugzeuges recherchieren können. Bisher sind folgende Daten bekannt: 

Es handelte sich um eine T-29 C mit der Hersteller-Seriennummer 440, deren Bau 1953 von der U. S. Air Force mit der Nummer 53-3486 in Auftrag gegeben wurde. Fertiggestellt wurde das Flugzeug am 19. Januar 1955 und am 23. Februar 1955 von der Air Force abgenommen. 


© G. Gray
Der Einsatz bei der U. S. Air Force erfolgte bei verschiedenen Einheiten die nachfolgend aufgeführt sind: 

16. März 1955: 
3565. Aircraft Observer Training Wing, Connally AFB, Texas. 

19. Juli 1955: 
Air Force Academy Command, Lowry AFB, Colorado. 

1. November 1955: 
7625. Operations Squadron, Lowry AFB. 

31. März 1961: 
Lowry Technical Training Center, Lowry AFB. 

31. Juli 1962: 
3415. Technical Training Group, Lowry AFB. 

27. Juli 1966: 
4600. Consolidated Aircraft Maintenance Squadron, Peterson AFB, Colorado. 

8. Januar 1972: 
4600. Air Base Wing, Peterson AFB. 

1. April 1975: 
46. Air Defense Wing, Peterson AFB. 

Am 20. Mai 1975 wurde das Flugzeug aus dem aktiven Dienst genommen und beim MASDC (Military Aircraft Storage and Disposal Center) in Tucson, Arizona, eingelagert.

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Ein Bild unserer T-29C, 53-3486, Aufgenommen 1961 auf der Lowry AFB.
© Aus „Naval Fighters No. 14”, Ginter Books
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Am 18. Juni 1977 ging diese T-29C in den Besitz von Allied Aircraft Sales, einem Flugzeugverwerter bei Tucson. 1982 wechselte das Flugzeug zu Universal Airways und wurde zivil mit dem Kennzeichen N87982 zugelassen. Vermutlich ist dieses Kennzeichen aber nur für Überführungsflüge erteilt worden und das Flugzeug nicht im regulären Einsatz geflogen.

Wahrscheinlich 1986 wurde diese T-29C in Tucson verschrottet, woraufhin die Cockpit Sektion in den Besitz der damaligen Air Classic Ausstellung auf dem Flughafen Frankfurt kam.

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Beispielhaft zeigt das folgende Bild eine noch heute auf der Sacramento Mather Air Force Base als Ausstellungsstück erhaltene T-29C aus dem selben Fertigungslos, nur drei Flugzeuge weiter mit der Hersteller Seriennummer 443 und der Air Force Nummer 53-3489. 
Deutlich sind die für diese Version typischen Astrodome auf dem Rumpfrücken sichtbar. Damit konnte das Navigieren mittels Sextant geschult werden. Markant ist auch das Radome unter dem Rumpf.
© G. Chambers
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Die Cockpit Sektion der 53-3486 musste aufgrund von Bauarbeiten den Standort am Flughafen Frankfurt verlassen. Sie war in den vergangenen Jahren auf der Terrasse eines Restaurants ausgestellt. 

© R. Göckes

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Unter Mithilfe der Flughafenfeuerwehr ist das Cockpit in eine für den Kran erreichbaren Position verschoben worden.

© R. Göckes

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Am 9. März 2007, fast auf den Tag genau 60 Jahre nach dem Erstflug des Convair 240 Prototypen, schwebt das Cockpit inmitten der Großbaustelle am Flughafen Frankfurt.
© R. Göckes
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Gegen Mittag hat das Cockpit den historischen Flugplatz bei Griesheim erreicht und wird vom Tieflader entladen. 

© M. Poznanski

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Der „Flug“ zum vorläufigen Lagerplatz.

© M. Poznanski

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Fördervereinsmitglied Uli Schuster dirigiert das Cockpit zur Landung.

© M. Poznanski

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Der vorläufige Lagerplatz ist erreicht.

© M. Poznanski

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Die Ausstattung des Cockpit ist noch weitgehend vollständig. Das verleitet auch Fördervereinsmitglied Gary Gray zu einem Probeflug.

© M. Poznanski

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Auch dieses Exponat lässt noch viel Raum für Restaurierungsarbeiten
© F. Ketteler
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So wie auf diesen beiden Bildern endeten die meisten T-29 und C-131 auf den Schrottplätzen in Tucson und wurden Mitte der achtziger Jahre verschrottet. Nur wenige sind bis heute erhalten geblieben. Tucson ist auch die Quelle unserer Cockpit Sektion.

© P. Chinnery

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© M. Hamm / www.hamm-photographie.com

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