Förderverein August Euler Luftfahrtmuseum e.V.
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100 Jahre August-Euler-Flugplatz bei Griesheim
Grosse Flugveranstaltung auf historischem Boden
mit Unterstützung des Förderverein August Euler Luftfahrt-Museum
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© Karlo Müller

Auf dem Truppenübungsplatz Griesheim bei Darmstadt führte August Euler 1908 erste Flugversuche durch und pachtete ein Teil des Geländes um dort seine Flugzeugfabrik aufzubauen und eine Flugschule einzurichten. Damit wurde erstmals in Deutschland ein Gelände zum Zwecke eines geregelten Flugbetriebes angepachtet und damit ein Flugplatz gegründet. Dieser historische Moment wurde zum hundertsten Jahrestag am 30. und 31. August 2008 mit einer grossen Flugveranstaltung unter Teilnahme vieler Segel- und Motorflugzeugveteranen gewürdigt.
 

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Dieser Jubiläumsflugtag wurde in Verantwortung der TU Darmstadt mit Unterstützung der Städte Darmstadt und Griesheim, sowie in erheblichem Masse auch durch den Förderverein August Euler Luftfahrt-Museum organisiert. Da das Museum auf dem Flugplatzgelände der TUD entstehen wird, war es für dem Förderverein eine Ehrensache zum gelingen der Veranstaltung beizutragen.

Link zur Flugtag-Webseite der TUD

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Die Vorbereitungen begannen bereits eineinhalb Jahre vor dem geplanten Veranstaltungstermin mit planerischen Aktivitäten und der Konzeptentwicklung. Als erstes sichtbares Zeichen der Beteiligung des Fördervereins wurde das Vereinslogo in das der Flugveranstaltung eingebettet.
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Bestand die Unterstützung zunächst vorwiegend aus administrativen Tätigkeiten des Vereinsvorstandes, so kamen ab April 2008 erste praktische Aktivitäten auf die Mitglieder des Fördervereins zu. Die beiden Museumsflugzeuge Ryan NYP „Spirit of St. Louis“ und Fokker Dr 1 Dreidecker wurden intensiv auf diversen Veranstaltungen in Griesheim, Darmstadt und Mörfelden eingesetzt um für den Flugtag und die dort angebotenen Rundflüge mit der Ju 52 zu werben.

Weitere Arbeit wartete in Form des auf dem Flugplatz stehenden DC-8 Rumpfes, dessen Innenraum für breite Besuchermassen begehbar hergerichtet werden musste. 

Und auch mit unserer Webseite machten wir auf den Flugtag aufmerksam. 

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© Burkhard Fiebig

Intensiver Arbeitseinsatz der Mitglieder des Fördervereins begann eine Woche vor dem Flugtag. Der Förderverein August Euler Luftfahrt-Museum hatte die organisatorische Verantwortung des statischen Ausstellungsbereiches übernommen.

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Nun musste für verschiedenste Ausstellungen ein 600 Quadratmeter grosses Festzelt errichtet und mit Exponaten und Stellwänden ausgestattet werden. Frank Ketteler hat hierzu eine Bildergalerie erstellt:


© Frank Ketteler
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© Manfred Poznanski
Vor Beginn der Flugshow feilen Flugbetriebsleiter Dr. Klaus Hufnagel (TUD) und Flugprogrammleiter Erich Reichart intensiv am zeitlichen Ablauf des Flugprogramms. Beide haben in dieser Funktion schon einschlägige Erfahrungen auf anderen Flugveranstaltungen gesammelt.
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© Manfred Poznanski

Mit der Junkers Ju 52 wurden hohe Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Forschung, Landes- und Lokalpolitik, sowie Funktionäre der TU Darmstadt nach Griesheim eingeflogen. Mit dieser Landung wurde der Flugtag am 30. August 2008 offiziell eröffnet.

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In der Ausstellung stand der Förderverein den Besuchern für Auskünfte zur Verfügung.

© Burkhard Fiebig
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© Frank Ketteler
Schautafeln informierten über die Geschichte des Flugplatzes. Ein Modell des „Gelben Hund“ sowie die originalgrossen Nachbauten von Lilienthal Gleiter, Ryan NYP  „Spirit of St Louis“ und Fokker Dr 1 konnten besichtigt werden. 
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Im Zelt hatten auch die Akademische Fliegergruppe Darmstadt, das Heimatmuseum Griesheim, die Hessenflieger, die US Zeitschrift Stars and Stripes, sowie einige andere Fachbereiche der TUD ihre Informationsstände. Dazu gehörte der Fachbereich Biologie mit diesem Bussard.

© Gary Gray
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© Karlo Müller
Bis zu hundert Flugzeuge wurden erwartet, die dann auch bis Mittags am Flugplatz eintrafen. 

Im Bild eine Cessna Caravan, eines von zwei am Flugtag anwesenden Forschungsflugzeugen des Deuschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR).

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Um die begrenzten Abstellplätze optimal zu nutzen und gleichzeitig die als Naturschutzgebiet geltenden Rasenflächen zu schonen, war geschicktes rangieren der Flugzeuge durch erfahrene Hände erforderlich. Einige dieser Hände gehörten zu Mitgliedern des Museumsfördervereins, deren professioneller Umgang mit den Flugzeugen zu einem reibungslosen Ablauf verholfen hatte. 
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© Helmut F. Walther

Für Rundflüge standen mit der Junkers Ju 52 und dem Sikorsky S-58 Helikopter die grössten und „windigsten“ Flugzeuge der Veranstaltung auf dem östlichen Vorfeld bereit. Um Beschädigungen an diesen und anderen in diesem Bereich abgestellten Flugzeugen zu vermeiden, mussten die Flugzeuge ständig mit grosser sorgfältig dirigiert und eingewiesen werden. Die Piloten konnten sich hierbei auf die langjährige Erfahrung unserer als Einweiser wirkenden Fördervereinsmitglieder Thomas Harzdorf und Klaus Bönning verlassen.


© Volker Sauer

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Das östliche Vorfeld beherbergte auch drei der seltenen Messerschmitt Bf 108 „Taifun“, sowie einen Fieseler Fi 156 „Storch“. Diese vier Flugzeuge wurden in den dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts konstruiert und werden von jeweils einem Argus AS10 Motor angetrieben. 

© Manfred Poznanski
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© Frank Ketteler
Für alle Besucher unüberhörbar war unser Mitglied Andreas Loring. Als einer der Sprecher des Flugtages beschrieb er mit eindrucksvollen Details die jeweils gerade in der Flugvorführung befindlichen Flugzeuge.
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© Helmut F. Walther

Von der Wasserkuppe brachte das Deutsche Segelflugmuseum mit Modellflug den Nachbau der von Alexander Lippisch konstruierten und von Fritz Stamer erstmals am 11. Juni 1928 mit Raketenantrieb geflogenen „Rhön-Rossitten-Ente“. Alexander Lippisch und Fritz Stamer gehörten seinerzeit zu den führenden Persönlichkeiten der DFS.

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Segelflugzeug DFS „Kranich“ der Oldtimer-Freunde Donauwörth-Stillberghof.

1933 wurde aus der Rhön Rositten Gesellschaft die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) gegründet und war bis Ende des zweiten Weltkrieges am Flugplatz Griesheim angesiedelt.


© Manfred Poznanski
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© Helmut F. Walther
Auf dem Jubiläumsflugtag wurde daher auch der Segelflug durch einige historische Konstruktionen der DFS repräsentiert.

Hier der Kunstflugsegler DFS „Habicht“ mit Christoph Zahn am Steuer.

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So wie diese Focke Wulf Fw 44 „Stieglitz“ waren viele der anwesenden Flugzeuge mit Sternmotoren ausgerüstet.

© Ernst Kögel
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© Manfred Poznanski
Manfred Hübner, Fördervereinsmitglied und Flugbegleiter auf Ju 52, verkaufte fleissig Postkarten mit Flugtag-Sonderstempeln.
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Derweil hob die Junkers Ju 52 ohne ihn zu einem der vielen Rundflüge ab.

© Karlo Müller
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© Karlo Müller

Mit Baujahr 1937 ist dies die älteste heute noch fliegende Messerschmitt Bf 108 „Taifun“.

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© Manfred Poznanski
Zwischen seinen Rundflügen mit der Ju 52 fliegt Flugkapitän Claus Cordes auch noch den frisch restaurierten Fieseler Fi 156 „Storch“ von Dirk Bende, hier über der Autobahn am Flugplatz Griesheim und über Darmstadt. Ein Video gibt es hier: 
Fieseler Fi 156 Storch über Griesheim
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© Manfred Poznanski
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Erstmals nach mehr als 60 Jahren war wieder eine Ju 52 am Flugplatz Griesheim, hier vor dem neu renovierten Flugplatztower.

© Manfred Poznanski
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© Reinhold Fischler
Die Bilanz nach Sonnenuntergang: Am Samstag kamen rund 17.000 Besucher zur Flugveranstaltung.
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Am Sonntag kamen dann deutlich mehr als 30.000 Zuschauer, womit für das gesamte Wochenende rund 50.000 Besucher festgestellt werden konnten.

© Burkhard Fiebig
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© Manfred Poznanski
Im Cockpit des DC-8 Rumpfes erläuterten unter anderem Frank Ketteler und Wenzel Neubauer den zahlreichen Besuchen die technischen Besonderheiten eines Airliners.
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Mehr Information zu unserem DC-8 Rumpf gibt es hier:

DC-8 Bildseiten


© Frank Ketteler
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© Helmut F. Walther

Mit interessantem Fluggerät wurde der Flugtag fortgesetzt, hier ein Fantrainer von Rhein-Flugzeugbau. Der Prototyp dieser Konstruktion hatte 1978, also vor genau 30 Jahren seinen Erstflug. Ein Video von der Flugvorführung gibt es hier: 
Rhein-Flugzeugbau Fantrainer 600 über Griesheim

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© Carsten Blümel
Als Kontrast dazu ein Udet „Flamingo“, der ab 1926 in Serie gefertigt wurde. Bekannt ist dieser Flugzeugtyp aus dem Film „Quax der Bruchpilot“ mit Heinz Rühmann. Heute fliegen noch zwei Nachbauten des Flamingos, die beide in Griesheim zu sehen waren.
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Etwas moderner, aber auch schon über 70 Jahre alt, die Bücker Bü 133 Jungmeister von Erich Reichart, der sich zwischen seiner Tätigkeit als Flugprogrammleiter auch mal in die Luft bewegte. 

© Karlo Müller
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© Karlo Müller
Focke Wulf Fw 44 „Stieglitz“.
Im Flugprogramm nahmen vier Flugzeuge dieses Typs teil.
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Das älteste Flugzeug am Platz war die Bleriot XI, eine Konstruktion von 1909. Pilot Mikael Carlson kam extra aus Schweden angereist, allerdings nicht im Fluge, sondern auf der Autobahn mit zerlegtem Aeroplan in einem Anhänger. Hier sieht man ihn kurz vor einem Start beim ölen der Auslassventile des Umlaufmotors. Starthelfer ist Klaus Plasa, der als Pilot der Messerschmitt Stiftung am Flugtag die Me 163 flog. 

© Helmut F. Walther
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© Ernst Kögel
Mikael Carlson hat die Bleriot XI an beiden Veranstaltungstagen eindrucksvoll vorgeflogen. Der Flugzeugtyp ist unter anderem durch die erstmalige Überquerung des Ärmelkanals mit einem Flugzeug am 25. Juli 1909 in die Geschichte eingegangen. Bereits in der Frühzeit des Flugplatzes flog auch eine Bleriot XI über Griesheim.
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Rasante Fliegerei wurde mit dem Gleiter-Nachbau des Raketenflugzeuges Messerschmitt Me 163 geboten. Ein erstes Versuchsflugzeuge dieses Jägers wurde von der DFS in Griesheim konstruiert und gebaut. Ein Video von der Flugvorführung gibt es hier: 
Messerschmitt Me 163 Replika über Griesheim

Am unteren Bildrand erkennt man einen vom TUD Fachbereich Biologie künstlich angelegten Steinhaufen als Bruthilfe des Steinschmetzers. Rund ein drittel der gesamten hessischen Population dieses scheuen Vogels brütet auf dem Flugplatz Griesheim.


© Helmut F. Walther
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© Karlo Müller
Mit einem leicht verkleinerten Nachbau des Prototyps V7 war auch die Messerschmitt Bf 109 in Griesheim vertreten. Die Bf 109 ist eines der bekanntesten deutschen Flugzeugkonstruktionen und mit über 30.000 Exemplaren das meistgebaute Jagdflugzeug.
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© Karlo Müller

Aus dem nahen Egelsbach kam Christian Bennhold mit seiner 1959 hergestellten Piper Apache.

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Als der Flugtag am Abend des 31. August 2008 zu Ende ging, waren alle Beteiligten mit dem erfolgreichen Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden.

© Frank Ketteler
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© Frank Ketteler
Doch für den Förderverein stand nun noch der Abbau der Ausstellung und des Ausstellungszeltes an. Diese Arbeiten waren bis zum Dienstag Nachmittag erledigt, der Flugplatz war wieder in den Ursprungszustand zurück versetzt. Frank Ketteler hat auch hiervon eine Bildergalerie erstellt:

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Diese Flugveranstaltung wird allen Beteiligten noch lange in guter Erinnerung bleiben. Zwei Fotogalerien zeigen viele weitere Bilder die von den Mitgliedern des Museumsfördervereines aufgenommen wurden: 

Fotogalerie Fiebig mit Bildern verschiedener Vereinsmitglieder

Fotogalerie zum Jubiläumsflugtag von Frank Ketteler
 

Auch viele der zahlreichen Flugtagbesucher nahmen schöne Bilder auf und veröffentlichen diese im Internet: 

Link zu zahlreichen Fotogalerien des Flugplatzjubiläums